![]() |
||
|
Novemberhaus
(für meine Süße)
Das alte Haus, es atmet schwer,es ächzen seine Bohlen, und verstohlen schleicht die Unrast hin und her quietscht die Angel einer offnen Tür den heiseren Willkommensgruß. Im Flur, die Hunde schlafen unruhig darüber der in Öl gebannte Ahn: Nur zwei Augen glimmen streng durch die Dunkelheit den Gang entlang wandert ein Schritt, dein Schritt. Es streckt die Hand sich aus und gleitet über das von Gewohnheit glatt geschliffene Geländer Stufen stöhnen, wie aus einer rauhen Kehle und du zählst sehr viele Schläge einer fernen Uhr. Der Blick in einen Raum, wo der gedeckte Frühstückstisch verhalten wartet auf den Tag als wär auch ihm das Dunkel nicht geheuer und das Gemäuer ein anderes in dieser Nacht. Ein andrer Baum, der seine Äste jetzt ans Fenster schlägt. Ein andrer Garten, in dem unsichtbar aus Stein gehaune Tafeln liegen und die schwache Silhouette einer Säule, leer, so leer... als wär grad eben erst jemand hinabgestiegen. Statt Wasser wächst nun Moos im Teich und Blatt und Zweig und Moder In den Ästen hängen späte Äpfel und geträumte Bilder: Nacht ohne Mond, Pferd ohne Zaum. Ein leises Lied, sehnt sich der Putte nach dem Samt des ersten Rauhreifs und nach dem Schlaf darunter und nach dem Lied hinter dem Schlaf. Dann hält das Haus den Atem an Lied, Wind, Laub und Frost verirren sich in einem Traum, in deinem Traum. Und durch das Fenster, das nicht schließt kriecht der Geruch nach Nebel und der Beginn von etwas.
|
||
| ||